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TV Beitrag 2001

Seminaranmeldung

ZDF "Mona Lisa". Kompetenz-Training mit Pferden. Managerinnen entdecken ihre Intuition 6.5.2001.

Von Madeleine Schulte Langforth

Anmoderation: Auf den sechsten Sinn des Menschen besinnt man sich auch in den Führungsetagen der Unternehmen. Führung heißt im besten Fall anerkannt zu werden, weil man Fachkompetenz hat und Führungs-qualitäten. Aber viele Manager und Managerinnen sind so kopflastig geworden, dass sie die Signale ihrer Mitarbeiter nicht mehr wahrnehmen und selbst nur noch vage Botschaften aussenden. Da kann ein Training weiterhelfen und Co-Trainer sind Pferde.

Die Ohren auf Empfang, die Augen wach und klar. Trotz ihrer 700 Kilogramm sind Friesenpferde äußerst feinfühlig. Sie sind menschenbezogen und die Werbemanagerin Annedore Klinksiek weiß, dass sie hochsensibel reagieren. Aber Pferd Benetton versteht ihre Kommandos schlicht nicht. Er macht, was er will. Sie soll das Pferd nur am Seil führen, ohne Zwang das Pferd dazu bekommen, das zu tun, was sie will. Auf einem "Pferdeseminar für Manager" will die Chefin von elf Angestellten lernen, wieder auf ihre Gefühle zu hören. Kopfgesteuert nennt sie sich selbst, möchte aber ihre Entscheidungen künftig wieder aus dem Bauch heraus treffen. Sie ist sich sicher, dass sie diese Intuition einmal hatte. Sie ist nur im Lauf des Berufsalltags verloren gegangen.

Vertrauen lernen
Die vier Friesenpferde sind Mimosen. Nicht nur untereinander tauschen sie sich ständig aus, sie kommunizieren gerne auch mit Menschen. Und das ist die erste Übung des Seminars. Wer fühlt sich von welchem Pferd angesprochen und sucht es sich zur Zusammenarbeit aus und wie passiert das? In dieser Phase kann es eigentlich nur eine Bauchentscheidung sein. Beim ersten Eindruck fehlt noch völlig die Erfahrung.

Die nächste Übung: Vertrauen schenken, dem anderen etwas zutrauen. Eine Trainingsteilnehmerin sitzt auf dem Pferd, darf aber nicht selbst führen. Sie muss darauf vertrauen, dass das Pferd, ebenso wie die Pferdeführerin, seine Sache schon richtig machen wird. Trainingsleiter Gerhard Krebs erklärt den Sinn der Übung: "Wir haben es hier mit zwei unterschiedlichen Elementen zu tun. Wir haben den Mensch vorne, der das Pferd führt, und wir haben das Pferd, auf dem ich selber sitze, von dem ich getragen werde. Man kann vielleicht sagen, das Pferd ist mittleres Management. Es wird geführt, und es trägt mich gleichzeitig. Sie soll dabei erfahren, wie schön das Gefühl sein kann, sich auf jemanden verlassen zu können, der vor einem geht und einen führt." Anfangs war Annedore Klinksiek skeptisch, dann konnte sie den Ritt genießen. Vielleicht wird es der Chefin bald leichter fallen, Verantwortung abzugeben und ihren Angestellten mehr zu zutrauen.

Pferde als Spiegel für den Menschen
Mitten im Odenwald liegt die Fenwick-Farm. 50 Pferde sind hier zu Hause. Viele bekommen hier ihr Gnadenbrot, und es wird auch gezüchtet. Karin Krebs hat zusammen mit ihrem Mann Gerhard das Konzept für diese Fortbildung entwickelt. Die Seminare finden nur am Wochenende statt, denn Gerhard Krebs ist hauptberuflich selbst Manager. Die vier Friesenpferde hat er sich bewusst als Co-Trainer ausgesucht: "Pferde haben eine Eigenart, die andere Tiere nicht so ausgeprägt haben. Sie stellen für den Menschen einen glasklaren Spiegel dar. Ich stelle mich vor das Pferd und sehe im selben Moment die Reaktionen des Pferdes. Es reagiert auf das, was ich tue und bin und sage. Ich kann mir keinen klareren Spiegel vorstellen als das Pferd."

Die nächste Übung: In einem abgegrenzten Raum läuft das Pferd ständig im Kreis herum. Eine Fahne dient als Druckmittel. Bei dieser Übung soll die Person sehen, wie belastbar ihr Gegenüber ist. Der Mensch muss intuitiv erfassen, wie lange Pferd Benetton das Spiel Spaß macht und wann es ihm zu viel wird. Wenn man dem Pferd zu viel zumutet, dann ignoriert er ihn einfach. Ist die Teilnehmerin jedoch achtsam, erspürt sie Benettons Empfindlichkeiten, schenkt ihm volle Aufmerksamkeit, dann ist er gerne kooperativ und willig zur Zusammenarbeit. So wie es sich jeder Manager von seinen Mitarbeitern wünscht. Trainingsleiter Gerhard Krebs relativiert das: "Man kann natürlich nicht platt parallelisieren. Ich kann nicht sagen, wenn man ein Friesenpferd führen kann, dann kann ich auch einen Menschen führen. So geht es nicht, aber ich finde immer wieder Anhaltspunkte, an denen ich über mich nachdenken kann. Wo ich spüre, dass ich unsicher bin oder dem Gegenüber zu nahe trete."

Man muss klare Signale aussenden
Die nächste Übung: Das Pferd über eine am Boden liegende Plane führen. Das Problem bei Lehrerin Elke ist: Sie sendet unklare Signale aus. Einerseits hat sie ein Ziel, andererseits glaubt sie nicht daran es zu erreichen. Das spürt Benny und geht nicht auf die Plane. Er ist unkonzentriert und foppt die Lehrerin, wie die Kinder in der Schule. Inzwischen sind Annedore Klinksiek und Pferd Bosse ein perfektes Team. Sie schafft es, ihn zu motivieren. Die wieder entdeckte Intuition hat ihr geholfen, sagt sie, indem sie sich das Ziel vorher vorgenommen und es dann vergessen hat. Sie hat einfach nicht mehr dran gedacht, sondern sich nur noch auf sich selbst verlassen. Annedore Klinksiek konnte dank der Pferde wieder ihre Gefühle wahrnehmen. Nun muss sie ihre Pferdeerfahrungen auf ihre Mitarbeiter übertragen.

Die Pferde befinden sich auf der Fenwick Farm, ein privater Reitstall in Erbuch, der sich durch artgerechte Pferdehaltung, eine wunderschöne Umgebung und eine angenehme, entspannende Atmosphäre auszeichnet. Hier können auch Kinder Ferien machen, es stehen einige Ferienwohnungen zur Verfügung.

 

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