WirtschaftsBlatt (Wien)
21. August 1999

Zu den neuesten Medienbeiträgen

HorseDream "historisch": Die beiden ersten Presseberichte 1998 und ein Zusammenschnitt der Fernsehbeiträge von 1999 bis 2002

Das Motiv "Leadership & Horse" hat auch Ein-gang in Werbung, PR und Medien-Kommuni-kation gefunden. Hier ein paar Beispiele

 

WB Ausgabe Nr. 946 vom 21.08.1999
BERUF UND KARRIERE, Seite E1

Deutscher Seminaranbieter setzt vier Pferde als Trainer für Manager ein

Pferde zeigen Schwächen von Führungskräften auf

Zwischen störrischen Pferden und schwierigen Mitarbeitern besteht kaum ein Unterschied, meint der deutsche Seminaranbieter Gerhard J. Krebs.

Brensbach. "Pferde decken Führungsschwächen von Managern schonungslos auf", behauptet Gerhard J. Krebs. Er ist Chef des deutschen Seminaranbieters G&K HorseDream, einem Exoten in der Seminarlandschaft: Im Mittelpunkt der Management-Seminare stehen nicht Menschen, sondern Pferde, und der klimatisierte Seminarraum wird gegen einen Pferdestall getauscht. Der Hintergrund für das ungewöhnliche Ambiente: Im Umgang mit Pferden sollen Führungskräfte den eigenen Führungsstil erkennen. Getreu dem Motto von Krebs: Zwischen störrischen Pferden und unbequemen Mitarbeitern besteht kaum ein Unterschied - beide wollen nicht immer so, wie der Chef es will.

Gleichzeitig warnt Krebs, Erfinder des Seminars, jedoch vor allzu großer Euphorie: "Wer eines der Pferde führen kann, muss noch lange keine Führungskraft sein. Aber jeder, der die Übungen absolviert hat, weiß, wo seine Stärken und Schwächen liegen." Reitkenntnisse sind nicht erforderlich, ganz im Gegenteil: "Wer über Erfahrung als Reiter verfügt, wird sein blaues Wunder erleben. Reiter tun sich viel schwerer als Pferdeneulinge, denn sie haben bestimmte Verhaltensmuster verinnerlicht und gehen nicht mehr offen auf die Tiere zu. "

Das eintägige Seminar "Dominanztraining für Führungskräfte" ist in vier Übungen unterteilt. Die erste Aufgabe besteht darin, eine Gruppe von vier Pferden mit unterschiedlichen Charakteren zu beobachten und sich schließlich für ein vertrautes und ein weniger vertrautes Pferd zu entscheiden. Krebs erläutert: "Die Situation ist damit vergleichbar, wenn man als Chef in ein neues Team kommt. Man muss beobachten und sich in unterschiedliche Rollen hineinversetzen. Wie reagiert beispielsweise ein dominanter Manager, wenn er auf einen ebenso dominanten Mitarbeiter trifft?" In der zweiten Übung müssen die Teilnehmer mit Hilfe einer Fahne ein Pferd im Kreis vor sich hertreiben. Krebs dazu: "Irgendwann signalisieren die Pferde, dass sie von dieser Übung genug haben. So wie Mitarbeiter indirekt zeigen, dass sie eine Pause brauchen. Die Kunst besteht darin, herauszufinden, wann dieser Zeitpunkt gekommen ist."

Vertrauen aufbauen

Um Vertrauen geht es in den abschließenden Übungen: Die Teilnehmer schließen sich in Zweiergruppen zusammen. Jeweils ein Teilnehmer sitzt auf dem Pferd, ein zweiter muss das Pferd führen. "Führen heißt nicht, das Tier von einem Ort zum anderen zu bringen. Es geht um ein freiwilliges Folgen", gibt Krebs zu bedenken. Alle Übungen werden auf Video aufgezeichnet und anschließend ausgewertet: Wie muss eine Person sein, damit ich mich unterordne und mich von ihr führen lasse? Bei welchem Teilnehmer habe ich mich sicher gefühlt, bei welchem weniger?

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Die schwierigste Übung besteht aber darin, das Pferd davon zu überzeugen, über eine Plastikplane zu traben - oder anders gesagt: schaffen es die Teilnehmer, dass die Tiere ihnen blind vertrauen? "Manchen gelingt es, indem sie dem Pferd gut zureden, es belohnen oder es zielstrebig führen. Im Job heißt das: Setzt der Manager seine Mitarbeiter eher unter Druck oder spornt er sie mittels Lob an?", erklärt Krebs.

Krebs erinnert sich an einen Manager, der ausrastete, als ein Pferd nicht so reagierte, wie er sich das vorgestellt hat. Krebs: "Vertraut das Pferd dem Teilnehmer, wird er als Führungsperson anerkannt. Zeigt er jedoch Unsicherheit, Entscheidungsschwäche oder missbraucht er das Vertrauen, wird das Pferd sich zurückziehen. Wer sein Ziel klar rüberbringt, dem folgt das Pferd von allein."

Unternehmen wie IBM, Audi und BMW haben ihre Mitarbeiter zwecks Managementtraining schon in den Pferdestall geschickt. Auch die österreicherische Marketingexpertin Daniela Bucher hat im April das Seminar besucht und ist begeistert: "Obwohl ich seit 25 Jahren mit Pferden zu tun habe, war mir die Verbindung zwischen dem Führen von Pferden und Führungsverhalten neu."

Vier Seminare werden noch bis Jahresende folgen. Die Pferde sind für die Seminare speziell geschult, jedoch nicht dressiert, wie Krebs betont: "Dressierte Pferde reagieren immer auf bestimmte Anweisungen und laufen beispielsweise automatisch an der Leine nebenher, weil sie es so gelernt haben. Bei geschulten Pferden hingegen kann man mit einer Handbewegung oder Sprache nicht viel erreichen, denn sie sehen die Person immer als Ganzes."

Bildtext: Pferde als "Trainer" von Führungskräften: Bei einem deutschen Seminaranbieter werden Führungsqualitäten von Managern mit Hilfe von Pferden getestet

Autor: Kathrin Gulnerits

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