HorseDream
Radiobeitrag 2001

Seminaranmeldung

Businessflyer

meridian Hessischer Rundfunk HR1.

Studiogespräch mit Rainer Witt am 29.6.2001

Rainer Witt: Wenn Sie bei Gerhard Krebs das Seminar, ich zitiere "Dominanztraining für Führungskräfte" buchen, dann werden Sie an Ort und Stelle nicht nur mit ihm, sondern auch mit ausgewachsenen Friesenwallachen zu tun haben. Die Firma HorseDream im Odenwald, so heißt das Unternehmen, GmbH übrigens, arbeitet mit Mensch und Pferd. 890 Mark plus Mehrwertsteuer kostet so ein zitierter Trainingstag nach dem Motto Dominanztraining für Führungskräfte. Ich bin keine, ich will keine werden, aber wir tun jetzt mal so. Ich komm jetzt zu Ihnen, lieber Herr Krebs, was machen Sie mit mir und dem Pferd da so?

Gerhard J. Krebs: Ja, Sie kommen am Abend vorher an, wir setzen uns ab acht Uhr zusammen zum Abendessen, machen ein bisschen Einführung ins Programm, schauen uns zum Schluss ein Friesen-Video an, "Die Symphonie des Friesenpferdes", und wenn Sie noch nie etwas mit Pferden zu tun gehabt haben, dann gehen Sie mit einem Gefühl ins Bett, wo Sie denken "Hui, hoffentlich kriege ich den nächsten Tag über die Runden!".

RW: Am nächsten Tag stehen wir in der Halle, in der Reithalle, vielleicht?

GJK: Nun, wir fangen an mit einer theoretischen Einführungsrunde. Es geht nicht nur darum, dass man mit den Pferden zu tun hat, sondern wir wollen natürlich den Transfer in den Berufsalltag zu Stande bringen. Deswegen fangen wir mit einer Fragensammlung an, die die persönlichen Führungsfragen, die man mitgebracht hat zu dem Seminar, zunächst mal klären. Dann gehen wir in die Halle und lassen unsere vier Pferde rein, spielen ein bisschen Hintergrundmusik, und es entwickelt sich ein bisschen was. Die Teilnehmer stehen oben auf der Tribüne, schauen zu, haben einen Katalog verschiedener Charaktereigenschaften der Pferde vor sich, die sie zuordnen sollen, und werden feststellen, dass diese Charaktereigenschaften irgend was mit den Charaktereigenschaften der Leute zu tun haben, die sie in ihrem Unternehmen oder in ihrem Team vorfinden.

RW: Also Sie setzen das Pferd so ein bisschen gleich mit dem Untergebenen dessen, den Sie da trainieren.

GJK: Na, das ist vielleicht ein bisschen zu platt parallelisiert. Wir setzen das Pferd nicht gleich, sondern wir sagen "So wie du dich gegenüber dem Pferd verhältst in diesem Seminar, verhältst du dich in alltäglichen Situationen - in unbekannten vielleicht aber auch in völlig bekannten - vielleicht auch gegenüber deinen Mitarbeitern." Das heißt, wir versuchen die Teilnehmer für ihr eigenes Führungsverhalten zu sensibilisieren. RW: Also reiten tun die nicht?

GJK: Nein, reiten tun die nicht, mit Reiten hat das Seminar überhaupt nichts zu tun.

RW: Die stehen dann mit ihren Nadelstreifen oder in Blue Jeans mit diesen Friesen-Brocken - das sind ja ziemlich kräftige Tiere - in einem Areal von zehn mal zehn Meter, hab ich bei Ihnen nachgelesen. Dann kriegen Sie eine Reitgerte in die Hand oder ein Fähnchen und dann...

GJK: Ja, das ist die zentrale Übung des Seminars, wir nennen sie "Distanz und Nähe" und wir ,kontrollieren' in dieser Übung das Dominanzverhalten der einzelnen Teilnehmer. Das stellt sich heraus, sobald ich das Pferd mit Hilfe der Longierpeitsche um mich herum treibe, und auf das Signal - so wie Monty Roberts das zum Beispiel beschreibt - warte, dass das Pferd sagt "Komm hör auf, mich weg zu treiben, ich bin gerne bereit, mit dir zu kooperieren." Wir stellen fest, ob die Teilnehmer dieses Signal erkennen, wir stellen dann fest, wie sie darauf reagieren: hält das Pferd an, kommt es gar zu ihnen herein, und sind sie dann in der Lage, das Pferd am Seil durch den Picadero zu führen.

RW: Und der Tierschutzverein kommt nicht und sagt "So, Freund Krebs, jetzt ist Schluss, jetzt gibt's eine Anzeige wegen Tierquälerei?"

GJK: Nein, mit Tierquälerei hat das nichts zu tun. Ich meine aber, es ist für die Tiere nicht ganz einfach, an einem Tag mit acht unterschiedlichen Teilnehmern zu kommunizieren. Das ist für jedes Pferd Schwerstarbeit.

Zu den neuesten Medienbeiträgen

Download der wichtigsten Artikel:

Barockpferde als Trainer
Pferdetrainer starten Qualitätsoffensive
Großer Erfahrungsaustausch in Klein Nienhagen
Die Sehnsucht nach dem Neuanfang
Leadership live - pferdegestützte Führungskräfteentwicklung im Trend
Competence SITE Intervie
Pferde im Managementtraining
Was lernt der Boss vom Ross
Artikel von 1998-2003 anfordern

 

RW: Jetzt gibt es ja so eine alte Lehre, dass Wallache, aber Stuten genau so, auf das Alphatier reagieren, also auf den Leithengst, oder bei anderen Tieren ist es der Leithammel. Übernehmen Ihre Manager, oder bringen Sie sie dazu, diese Leithengst-, diese Alphatier-These zu übernehmen und die darzustellen?

GJK: Ich selber halte von dieser Alphatier-These gar nicht so viel. Wenn ich in eine Pferdeherde hineingehe und tue so, als wäre ich der Leithengst, das Alphatier, und ich würde auf einen Hengst treffen, dann würde mich dieser Hengst gnadenlos niedermachen. Das heißt, ich muss vielmehr meine natürliche Autorität, die ich besitze, sozusagen als "Raubtier Mensch" gegenüber dem "Fluchttier Pferd" ausspielen. Ich muss mich dem Pferd gegenüber zeigen als das, was ich bin: nämlich eigentlich sein Feind. Und ich muss ihm dann deutlich machen, dass es mir trotzdem vertrauen kann, muss also versuchen aus dieser Position heraus ein Vertrauensverhältnis herzustellen.

RW: Die Manager oder die Managerinnen, die bei Ihnen dann rausgehen, nach ein oder zwei oder drei Tagen Trainings, haben die dann mehr Erfahrung im Umgang mit Menschen, oder haben die mehr Erfahrung im Umgang mit Friesenwallachen? Das die spannende Frage.

GJK: Die haben natürlich keine Erfahrung mit Pferden anschließend. Unsere Pferde sind nicht wie andere speziell dressiert. Ich kann zwar auch mit den Pferden reiten, ich kann auch mit ihnen fahren. Aber der gesamte Umgang mit unseren Pferden basiert auf reinster Kommunikation. Das heißt, wir reduzieren im Seminar das, was an Kommunikation im Unternehmen stattfindet, auf das, was Kommunikation eigentlich ist. Wir versuchen, zu einer ursprünglichen Kommunikation zurück zu finden. Und nur wenn die Teilnehmer in der Lage sind, diese ursprüngliche Kommunikation gegenüber den Pferden auch anzuwenden, dann haben sie Erfolg bei den Übungen.

RW: Es ist jetzt im Radio schwer zu beschreiben. Man müsste vielleicht mal dabei gewesen sein. Nun können wir gleich dazu sagen, Sie nehmen also auch Privatpersonen auf, gelentlich ist auch mal ein Plätzchen frei im Lehrgang, in der Ausbildungsrunde, man kann sich an Sie wenden. Ich weiß nicht, ob Sie Pferdeflüsterer sind, ob Sie Monty Roberts' Nachfolger sind, ich hab keine Ahnung. Es ist alles schwer zu beurteilen. Aber es ist auf jeden Fall ein interessantes Projekt. Das wollten wir mal vorgestellt haben. Es gibt auch viel positive Resonanz, zu dem was Sie machen. Wollen Sie, das können Sie gerne tun, Ihre Telefonnummer hinterlassen, falls jemand Interesse hat?

GJK: Wenn jemand Interesse hat, kann er sich im Internet näher informieren. Wir haben zwei Homepages: www.managerspiegel.de und www.horsedream.com , dort findet er auch alle Telefonnummern, kann sich auch per E-mail erkundigen. Er findet auch einen kleinen Videostream, den das Fernsehen vor einiger Zeit gedreht hat.

RW: Zur Not ruft er bei Meridian an, wir geben es auch gerne weiter.