HorseDream
Radiobeitrag 2001

Seminaranmeldung

Radioladen, Hessischer Rundfunk HR4.

Interview mit Ingo Lücke am 10.11.2001

Ingo Lücke: In Erbach im Odenwald gibt es die G&K HorseDream GmbH Private Akademie für Pferde, Führung und Kommunikation. Interessanter Titel. Am Telefon ist von der Geschäftsleitung dieser Firma Herr Gerhard J. Krebs. Guten Morgen Herr Krebs.

Gerhard J. Krebs: Guten Morgen Herr Lücke.

IL: Das müssen Sie uns erzählen: Pferde und Freizeit, das passt zusammen. Wie kommt die Kommunikation dazu?

GJK: Es gibt eigentlich nur ganz wenige Tiere, die eine solche entwicklungsgeschichtliche Bedeutung für den Menschen haben, wie das Pferd. Das Pferd hat in der Vergangenheit immer zur Ausbildung von Führungskräften gedient. Das hängt mit den Charaktereigenschaften des Pferdes zusammen. Das Pferd schmeichelt dir nicht, es reagiert nicht hündisch, es ist aber fast immer kooperativ.

IL: Das müssen Sie uns jetzt genauer erklären. Also Sie laden in der Tat zu sich ein Manager, um einen Tag lang Autorität zu üben, in dem sie mit Pferden zusammen arbeiten. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen und wie funktioniert das konkret?

GJK: Wir haben vor zwölf Jahren angefangen uns mit Pferden zu beschäftigen und haben vor sechs Jahren etwa dieses Konzept erarbeitet und seither bieten wir diese Seminare an. Ich muss dazu sagen es kein Seminar für Karrieristen. Das darf man nicht falsch verstehen. Wer nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist, der wird das Seminar vermutlich sehr nachdenklich verlassen. Wir stellen unter anderem die Frage, warum soll man durch Einschüchterung, Angstverbreitung, Hinterlist oder Intrigen führen, wenn es eigentlich auch ganz anders geht, nämlich durch Vertrauen, Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft und Ehrlichkeit.

IL: Und wie funktioniert das jetzt. Also wie kann ich das lernen, was Sie gerade erzählt haben, in dem ich mit Pferden zusammen arbeite?

GJK: Voraussetzung ist, dass man mit einer bestimmten Einstellung an das Pferd herangeht. Und wir wollen, dass man auch mit einer bestimmten Einstellung an den Menschen herangeht. Wer führt, muss eigentlich dem anderen dienen, er muss der Gemeinschaft dienen, dem Unternehmen als Ganzes. Ein Beispiel vielleicht: Eine der praktischen Übungen macht den Zusammenhang von Nähe und Distanz deutlich. Gelingt es nun, den nötigen Respekt mir zu verschaffen, ohne aber dabei das Vertrauen zu verspielen? Oder schlage ich das Pferd vielleicht durch zu dominantes Auftreten in die Flucht? Geht mir vielleicht auf ähnliche Art und Weise auch mancher Mitarbeiter verloren?

IL: Wie sieht denn diese praktische Übung konkret aus, die Sie da gerade geschildert haben?

GJK: Der Teilnehmer steht mit dem Pferd in einem zehn mal zehn Meter abgesteckten Viereck, dem so genannten Picadero. Er bekommt von uns ein Machtinstrument in die Hand,  das kann eine Fahne sein oder eine Longierpeitsche und er soll das Pferd um sich herum treiben. Er soll sich also Respekt verschaffen. Er soll aber bei dieser Übung darauf achten, dass er eine Verbindung zum Pferd hält, und dass er in der Lage ist, das Vertrauen, das er eigentlich haben will von dem Pferd, nicht durch dieses zu starke Treiben zu verspielen. Wenn er den Druck weg lässt, kommt das Pferd auf ihn zu und er ist in der Lage das Pferd ohne Strick durch diesen Picadero hindurch zu führen.

IL: Das ist jetzt konkret eine praktische Übung, die Sie gerade geschildert haben. Das Seminar ist ja einen Tag lang, wenn ich das richtig gelesen habe, wie viele dieser praktischen Übungen können Sie da an einem Tag vermitteln und wie ist dann anschließend der Erfolg?

GJK: Das sind vier Übungen, die wir nacheinander absolvieren. Dazwischen sind Videoanalysen und Feedbackrunden. Der Erfolg besteht für die Teilnehmer darin, dass sie ein außergewöhnliches Feedback auf Ihre persönliche Art zu führen bekommen. Und einige entdecken vielleicht ungeahnte Führungsstärken. Was aber auch passiert, ist, dass viele mit ihren Führungsschwächen konfrontiert werden.

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IL: Wie gehen denn diese Menschen dann damit um anschließend? Also haben Sie Erfahrungen sammeln können von Managern, die ein solches Seminar bei Ihnen absolviert haben, wie das hinterher im Berufsalltag sich ausgewirkt hat?

GJK: Wir haben eine ganze Reihe von Feedbacks von Teilnehmern bekommen, die zum Teil sehr nachdenklich geworden sind. Das heisst, die gemerkt haben, dass sie mit ihren Mitarbeitern auf eine Art und Weise umgehen, die jegliche Intuition vermissen lässt. Und dieses Rückbesinnen, diese Rückbesinnung auf die eigene Intuition, das ist einer der grössten Erfolge, die wir in den Seminaren haben.

IL: Ich muss jetzt doch noch mal nachfragen. Ich stell mir das gar nicht so einfach vor, also zumindest für Leute, die noch nie mit Pferden vorher zu tun gehabt haben. Die müssen sich ja auch erst einmal an dieses Pferd selbst gewöhnen und, ja, so eine Art Dompteur werden. Wie viel Zeit braucht man dafür?

GJK: Das geht relativ schnell. Einige gehen mit einer bestimmten Angst anfangs in die Übung hinein, aber sie sehen dann, dass das Pferd sich auf sie einlässt. Die Pferde sind nicht dressiert für diese Übungen. Sie sind aber durch den täglichen Umgang mit ihnen für dieses Kommunikationstraining geschult. Sie kennen natürlich auch die einzelnen Übungen, die nacheinander ablaufen. Sie absolvieren jede Übung wieder mit einem anderen Menschen. Und auf diesen neuen Menschen stellen sie sich ein. Und seine ganz individuelle Art und Weise mit ihnen umzugehen macht den eigentlichen Kernpunkt dieser Kooperation aus.

IL: Hab' ich da jetzt einen Menschen, ein Pferd um mich, den ganzen Tag, oder, ich hab ja, wenn ich einen Betrieb habe, auch mehrere Menschen um mich, die ich führen soll.

GJK: Wir haben vier Pferde im Einsatz. Diese Pferde sind auch charakterlich sehr unterschiedlich. Wir stellen am Anfang zum Beispiel die Frage, wer ist der Chef dieser Vierergruppe? Und wir sehen dann, ob Menschen auf Äußerlichkeiten reagieren. Einige sagen, der Größte, der Eleganteste, der Schönste, das muss der Chef sein. Ist aber leider gar nicht so. Das heißt, wir fragen dann, was sind die wirklichen Führungseigenschaften? Wodurch wird es deutlich, wer zu einer Führungskraft geeignet ist und wer vielleicht nicht geeignet ist, oder wer bestimmte Eigenschaften bei sich selber fördern muss, um zu einer Führungskraft zu werden.

IL: Falls wir Interesse geweckt haben bei dem einen oder anderen: wo kann man sich anmelden? Wann finden dieses Seminare statt?

GJK: Das nächste Seminar ist jetzt in der nächsten Woche am Montag. Dann findet Anfang Dezember ein zweitägiges Intensivtraining statt. Und man kann alle Termine sich im Internet ansehen. Wir haben dort eine Internet-Präsenz unter www.managerspiegel.de . Oder man kann sich auch telefonisch bei uns melden unter der Nummer 05685 9224233.

IL: Und da das jetzt natürlich alles viel zu schnell ging haben wir selbstverständlich Adresse, Telefonnummer und Internetadresse hinterlegt beim HR4 Hörertelefon. Interessenten können sich an die Kollegen dort wenden. Die HR4 Hörertelefonnummer ist glaube ich relativ bekannt: 069 für Frankfurt, 155 40 44. Führungstraining mit richtigen Pferdestärken. Das war von der Fenwick Farm G&K HorseDream GmbH, Gerhard Krebs. Dankeschön für das Gespräch.