HorseDream
Radiobeitrag 2003

Seminaranmeldung

Hessischer Rundfunk.
HR 1 - Der Tag, 15. August 2003.

Präsenz und Intuition
Persönlichkeitstraining mit Friesenpferden
Beitrag von Kathrin Fischer


Anmoderation:
Intuitionen oder unbewusste Wahrnehmungen, das haben wir also gelernt, begleiten uns ständig. Weil uns diese Wahrnehmungen eben nicht bewusst sind, ignorieren wir sie und ihre Wirkkraft und damit aber auch eine wichtige Ressource unseres selbst. Diese Ressource wollen viele Menschen natürlich nutzbar machen für sich, ihr Leben, ihre Arbeit. Kann man Intuition lernen? Das ist die große Frage. Die Antwort darauf: Wenn man die richtigen Lehrer hat, schon.

Sprecherin:
Da kommen sie die Stallgasse entlang, die vier mächtigen Lehrer mit dem schwarzen Fell und den langen Mähnen: Sie heißen Benny, Bosse, Benetton und Lüttje. Sie sind Friesenpferde und ihres Zeichens Intuitions- und Kommunikationslehrer.

Bruno:
Für mich ist das Spannende, wenn man mit den Pferden vom Boden aus zu tun hat, dass sich hier ganz neue Dimensionen der Kommunikation eröffnen.

Sprecherin:
Bruno ist Ende vierzig und Reitlehrer. Damit gehört er nicht unbedingt zu der Klientel, die die G&K HorseDream GmbH des Ehepaares Krebs im allgemeinen anspricht. Gerhard und Karin Krebs trainieren auf der Fenwick Farm in Erbach im Odenwald Führungskräfte. Ihre Seminare heißen etwa „Präsenz und Intuition“, „Führung erleben“, „Kompetenz beweisen – Persönlichkeit bewahren“ oder „Macht und Ohnmacht des Vertrauens“. Auch der Reitlehrer Bruno kommt nicht des sportlichen, sondern des persönlichkeitsfördernden Aspektes wegen.

Bruno:
Ich komme hier her, um mir über mich selbst klarer zu werden. Eben solche Situationen, dass ich spüre, ich neige dazu zu viel Druck zu machen. Das mach ich ja nicht nur beim Reiten, das mach ich auch meinen Kindern gegenüber, meiner Frau gegenüber, meinen Kollegen, meinen Mitarbeitern gegenüber verhalte ich mich ja letztlich genauso. Ich bringe mein unreflektiertes Verhalten hier ein und das Pferd spielt mir zurück: hallo, das und das und das machst Du. Wenn ich das dann noch im Video seh', dann fällt's mir sozusagen wie Schuppen von den Augen, ganz so hab ich mich ja nicht gesehen und dann seh' ich das aber ganz eindeutig und das löst dann schon 'n Nachdenkprozess aus.

Sprecherin:
Managertraining mit Pferden? Kann man sich etwas Absurderes vorstellen, fragt sich da natürlich der Laie. Doch das Konzept geht auf.

Gerhard Krebs:
Wenn man das Pferd als Mittel der Persönlichkeitsentwicklung einsetzt, dann kann man auf der einen Seite natürlich als Führungskraft Sensibilität lernen, ich lerne auf der anderen Seite mich in Situationen, wo meine Führungskraft gefragt ist, mich auch tatsächlich durchzusetzen, aber nicht mit Gewalt durchzusetzen, sondern mich auf eine Art und Weise durchzusetzen, die den Menschen als Menschen sein lässt und ihn nicht in seiner Persönlichkeit angreift oder verletzt.

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Sprecherin:
Pferde decken Führungsschwäche gnadenlos auf, sagt Gerhard Krebs, denn Dominanz gegenüber Pferden besteht in der Kunst der kleinen souveränen Gesten. Wer ein Pferd zur Kooperation bewegen will, muss genau wissen, was er von ihm will. Diffuses Gestikulieren, vage Andeutungen, Unentschlossenheit oder Aggression ignorieren Bosse, Benetton, Benny oder Lüttje entweder oder reagieren mit Widerstand. Da Pferde Höflichkeit gegenüber dem Menschen nicht kennen, spiegeln sie ihm ganz direkt sein Verhalten wieder. Ein Verhalten, dessen er sich im allgemeinen gar nicht bewusst ist.

Gerhard Krebs:
Das hat sehr viel mit Intuition zu tun, denn ich reagiere sehr oft aus dem Bauch heraus und mir fällt im Nachhinein dazu erst ein, dass das, was ich intuitiv entschieden hab' oder wie ich mich intuitiv verhalten hab', geprägt ist durch eine Erfahrung, die irgendwo angesiedelt ist in meinem zurückliegenden Leben.

Sprecherin:
Viel tun muss Gerhard Krebs nicht, um seinen Seminarteilnehmern erstaunliche Einblicke in ihr eigenes Selbst zu geben. Da reichen schon ganz einfache Aufgaben.

Bruno:
Ich soll 'n Pferd von hinten führen, das Pferd geht nicht weiter, geh' ich jetzt vor und nehm' das Pferd am Zügel und geh' voraus oder besteh' ich drauf, dass ich hinten bleib' und vielleicht mal mit der Gerte noch nachhelf'. Diese Freiheiten hab ich, aber wenn man sich selbst interpretiert, dann kommt man schon zu erstaunlichen Schlussfolgerungen

Sprecherin:
Intuitiv und ganz konkret erfahren die Teilnehmer so Aspekte von sich, die ihnen rational oft noch gar nicht bewusst waren. Viel bewegende Szenen gibt es jedenfalls, Tränen und Aha-Erlebnisse oder auch einfach nur das Glück, zum ersten mal ein so großes Tier wie ein Pferd dirigieren zu können.

Petra:
Ah, mir zittern die Knie, es ist schon unheimlich schwierig, aber auch unheimlich toll, wenn man dann ungefähr den Kurs hinkriegt, den man sich so in den Kopf gesetzt hat - toll!